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Die Banuk ist eine Aufzeichnung in einem kleinen Glyphenbuch aus minderwertigem Pergament, das mit Zeichnungen von ernsten Banuk-Jägern illustriert ist.

Fundort Bearbeiten

Carja - Wüste / Ödlichtsiedlung / auf Schrank in der Taverne

Inhalt Bearbeiten

"Ein Leitfaden für Ban-Ur und die Banuk vom weitgereisten Aram

Ah, die Sonne scheint golden in dieser Zeit, in der wir die ganze Welt erleben können, ohne die Straßen Meridians verlassen zu müssen – denn die Tore stehen offen und die Welt kommt zu uns! Und doch, als ich die Märkte besuchte, hörte ich wieder viele Fragen. „Was soll man von diesen Banuk halten, diesen stoischen, schweigenden Jägern aus dem Norden? Von diesen Männern und Frauen des Eises?“

Leider bleiben Banuk-Fremde nur selten so lange in Meridian, als dass ich sie gründlich studieren könnte – man nimmt an, dass sich ihr kaltes Blut mit der Wärme hier nicht verträgt. Wollte ich also mehr Wissen erlangen, musste ich die Tortur auf mich nehmen, meine Sachen und meine Schreibfeder zu packen und in ihr Heimatland zu reisen. Und so kam es, dass ich eine elende Zeit bei den Banuk im eisigen Ban-Ur verbrachte.

Obwohl die Banuk stets voller Ehrfurcht von ihrem Land sprechen, ist es, einfach ausgedrückt, der ungemütlichste Ort der Welt. Es gibt auch Schönes – hohe Gletscher in herrlichen Farben, Dampfschwaden, die aus der Erde emporsteigen, wirbelnde Polarlichter am Himmel – oh ja, doch der Reiz des Neuen vergeht schnell, während die eisige Kälte bleibt. Es ist ein Land des Mondes, denn am Tag blitzt die Sonne nur selten durch das Grau und nachts geht der Mond viermal so groß auf.

Es gibt kein herzliches Willkommen, weder von diesem Land noch von seinem Volk. Ich lebte in einem der Weraks – so etwas wie eine Gruppe von Familien, aber ohne den Anstand eines Adelshauses. Hier muss jedes Mitglied beweisen, dass es allein überleben kann. Sie suchen ständig die Herausforderung, sei es im Kampf gegen Maschinen oder in ihrem täglichen Leben. Ich versuchte, meine Position zu verdeutlichen: dass ein Carja sich einer Herausforderung stellt, eine Lösung sucht und nach Bewältigung der Herausforderung ein zufriedenes Leben führt. Dieses Konzept entsetzte sie. Mir wurde verdeutlicht, dass ich, wenn ich schlafen wollte, mir selbst einen Platz für mein Zelt im Schnee freischaufeln musste; wenn ich essen wollte, musste ich selbst auf die Jagd gehen. Ich verbarg meine Enttäuschung – schließlich habe ich zu meiner Zeit durchaus an ein oder zwei Jagdprüfungen teilgenommen – und akzeptierte das. Am dritten Morgen schaffte ich es, ein Kaninchen zu erlegen, wie man sie aus den Ebenen kennt, doch mit einem flauschigen Winterfell. Als ich dem Werak meine Beute präsentierte, erntete ich nur leere Blicke, bis einer von ihnen sagte, dass ich das Tier häuten und ausnehmen müsse. Leser, ich möchte hier nicht ins Detail gehen. Die Erfahrung brachte mich beinahe dazu, den Rest meines Lebens nur noch Maisbrot zu essen.

Ich hatte meine blutige Portion gerade verspeist, als die Banuk zu einer Maschinenjagd aufbrachen – mit ihren Schamanen, einem Mann, der Maschinengeflecht in seine Haut eingenäht trägt. (Vielleicht eine weitere Herausforderung des Anstands.) Er behauptete, die Maschinengeister in der Nähe spüren zu können, und tatsächlich folgten die Jäger und ich den Spuren im Schnee zu einer Graserherde. Die Banuk machten mit ihren Speeren kurzen Prozess mit ihnen, und mich überkam das seltsame Verlangen, mich zu beweisen; also schloss ich mich an und plünderte Teile von einer gefallenen Maschine.

Statt meine Entschlossenheit zu loben, überschüttete mich der Schamane mit Flüchen und Klagen und ich wurde von einer mürrischen Jägerin zurück ins Lager gezerrt. Schließlich erklärte sie mir, dass den Maschinengeistern für das Geschenk einer erfolgreichen Jagd gedankt werden müsse, bevor Teile geplündert werden können. Wahrlich, die irritierenden Bräuche der Banuk. Kultur brachen mich zur Verzweiflung und ich sehnte mich nach der klaren Führung der Sonne!

In dieser Nacht, glücklicherweise meiner letzten, versammelten sich meine Gefährten und ein anderer Werak unter dem gnadenlos klaren Himmel, um Lieder auszutauschen -  ihre Art, die Geschichte aufzuzeichnen. Einige von ihnen sind der Glyphen mächtig, doch sie ziehen es vor, sie nicht zu benutzen, und fragen: „Was ist ein Lied ohne Stimmen?“ (Ich war klug genug, nicht darauf zu antworten.) Meine Taten nahmen eine ganze Strophe im Lied meiner Gefährten ein, doch von dem, was ich verstanden habe, hat wohl viel unter der Übersetzung gelitten. Trotzdem gab es ein großes Gelächter und viele versprachen mir, mir einen Banuk-Abschiedsgruß für unsere gemeinsame Zeit zu hinterlassen.

Nicht weit von Hochblüte entfernt, trennten sich schließlich unsere Wege. Ich stieg wieder zum Dämmerwächter hinab in die sonnengesegnete Zivilisation. Was die Abschiedsgrüße angeht: Ich habe nichts vorgefunden, als ich meine feuchten, eisigen Besitztümer einpackte. Vielleicht ein weiteres Geheimnis der Banuk, und mein Rat ist, lieber Leser, die Geheimnisse dieses Volkes nicht zu enthüllen."