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Menschen Nora

Einige Mitglieder der Nora.

Die Nora sind ein Menschen-Stamm in Horizon Zero Dawn, in dessen Herzland Aloy aufwuchs. Die Nora leben in einem Gebiet, das von ihnen Heiliges Land genannt wird. Ihr Hauptort ist Mutterherz. Im Alltag leben Männer und Frauen des Stammes gleichberechtigt, doch alle wichtigen, den gesamten Stamm betreffenden Entscheidungen werden von den Matriarchen und den Erzmüttern getroffen. Markantestes Kennzeichen der Nora sind ihre blauen Tätowierungen und ihr vergleichsweise einfacher Kleidungsstil, der auf einer Kombination aus Fellen, einfachen Stoffen und Maschinenteilen aufbaut.

Gesellschaft Bearbeiten

Die Nora sind matriarchalisch strukturiert - immerhin ist ihre höchste Gottheit eine Frau, daraus leiten die Nora ab, dass Frauen tonangebend sind (im Gegensatz zu den Carja, die die Sonne anbeten, diese als männlich ansehen und daher patriarchalisch sind). Ansehen und Befugnisse erlangt jedes Stammesmitglied durch seine Taten, aber Entscheidungsgewalt in Stammesdingen erlangen nur Frauen und das auch nur über die Mutterschaft. Jede Frau, die zwei Generationen lebende Nachkommen vorweisen kann, wird zur Stammmutter und gehört der Führungsriege an. Die wiederum wird von den Erzmüttern geleitet, Frauen mit mindestens drei Generationen lebender Nachkommen. Je mehr Kinder, Enkel und Urenkel eine Frau hat, um so mehr Gewicht hat ihre Stimme, weil sie für mehr Menschen spricht. Durch die harschen Lebensbedingungen gibt es indes nur drei Erzmütter und etwas über 30 Stammmütter.

Der Stamm lebt in kleinen Siedlungen und Dörfern, hauptsächlich im massiv befestigten und erbittert verteidigten Becken nah am Heiligen Berg. Politisches und gesellschaftliches Zentrum der Nora und deren größte Siedlung ist Mutterherz, der Sitz der Erzmütter, während Mutters Wacht, unmittelbar am Fuß des Heiligen Berges, das spirituelle Zentrum der Nora schützt. Außerhalb des Beckens gibt es nur zwei Siedlungen, die Jägersiedlung Mutterberg und die Festung Mutterkrone. Eine weitere Nora-Siedlung im Grenzgebiet zwischen Mutterkrone und dem Carja-Fort Tagturm ist in Folge der Roten Raubzüge aufgegeben und verlassen, ihr Name von den meisten vergessen und nur noch als "Verlassenes Dorf" bekannt.

Verbrechen werden bei den Nora auf ungewöhnliche Art gesühnt: Wer ein Verbrechen begeht, wird abhängig von dessen Schwere zeitweise oder auf Lebenszeit aus dem Stamm ausgeschlossen. Er darf zwar weiterhin im Nora-Territorium leben, ist aber ansonsten völlig auf sich gestellt. Stammesangehörige dürfen unter Strafandrohung nicht mit Ausgestoßenen sprechen, handeln oder sonstwie Kontakte unterhalten, der Zutritt zu den Nora-Siedlungen ist Ausgestoßenen verwehrt. Auch die Ausgestoßenen selbst dürfen untereinander keine Strukturen aufbauen. Diese Regeln, obwohl von vielen Nora durchaus ernsthaft befolgt, werden im Alltag allerdings gelegentlich gedehnt und in Notsituationen auch ignoriert - sofern keine Matriarchin in Hörweite ist.

Religion Bearbeiten

Die Religion der Nora und damit auch ihre Weltsicht ist von einem fundamentalen Gegensatz geprägt: Sie glauben, dass alles Leben - Menschen, Tiere und auch die Maschinen - einst aus dem Schoß eines heiligen Berges kam, an den das Becken, das Herzland der Nora, angrenzt. Dieser Berg ist dadurch höchste Gottheit der Nora, die sie als "Urmutter" bezeichnen und die auch die Welt erschuf. Diese Urmutter kämpfte in ferner Vergangenheit gegen den "Maschinenteufel", der für die Nora das absolute Böse darstellt. Ausgelöst wurde dieser Kampf ihrer Interpretation nach dadurch, dass sich die legendären Alten von der Urmutter abwandten und mit den Maschinen verbündeten, um die Urmutter zu töten. Im Austausch für diese Allianz versprachen die Maschinen den Menschen, ihnen zu dienen, gewaltige Städte zu errichten und eine neue Welt, die Metallwelt, zu erschaffen. Aus dieser Allianz stammen die gewaltigen Ruinen, die überall zu finden sind. Die Urmutter wiederum erfuhr von dieser Allianz und vernichtete schließlich in ihrem Zorn die Metallwelt. Der finale Kampf zwischen Urmutter und Maschinenteufel endete in der "großen Kammer" im Herzen des Berges mit dem Sieg der Urmutter und jene, die sich von ihr abgewandt hatten, wurden vernichtet oder vertrieben. Verschont blieb nur der Stamm der Nora selbst, da er sich nicht abgewandt hatte.

Ihre Religion hat dazu geführt, dass die Nora das Land in Sichtweite des Berges als ihr Territorium betrachten und als "Heiliges Land" ansehen. Alles jenseits ihrer Grenzen ist spirituell unrein und daher ist es den Nora verboten, ihr Land zu verlassen. Wer die Grenze auch nur einen Schritt weit überschreitet, wird automatisch exiliert und darf nicht ins Heilige Land zurückkehren. Ebenso werden Fremde als Eindringlinge betrachtet und entweder vertrieben oder getötet. Die Ruinen der Metallwelt sind den Nora wegen der dort lauernden Verderbnis tabu, denn die Nora glauben, dass diese Verderbnis jeden befällt, der die Ruinen betritt und der nicht geschützt ist. Der Stamm ist dadurch technisch sehr primitiv, lebt aber stark im Einklang mit der Natur. Die Nora bauen mit dem, was das Land ihnen gibt, also hauptsächlich Holz und Stein, und leben als steinzeitliche Jäger und Sammler. Da sie keine Landwirtschaft betreiben, sind die Nahrungsvorräte begrenzt und die Lebensbedingungen durch ihr begrenztes Wissen härter als bei anderen Stämmen, dadurch ist der Stamm zahlenmäßig kleiner als der der Carja oder Oseram.

Verhältnis zu anderen Stämmen Bearbeiten

Die Nora sind extrem isolationistisch, weil sie alle anderen Stämme als verdorben ansehen. Sie misstrauen ihnen, weil sie sie als Nachfahren der Ungläubigen ansehen, die sich einst von der Urmutter abwandten. Außerdem leben die anderen Stämme außerhalb des Blickfeldes der Urmutter, können also nicht in deren Gnade stehen. Die Beziehungen zu anderen Stämmen sind daher sehr eingeschränkt - die Nora verstehen die anderen Stämme nicht und die anderen Stämme betrachten die Nora als Wilde. Trotzdem gibt es eingeschränkte wirtschaftliche und diplomatische Beziehungen, die sich aber schwierig gestalten.

Die Nora führten zehn Jahre lang einen Verteidigungskrieg gegen die benachbarten Carja, als diese während der Roten Raubzüge alle erreichbaren Stämme für Blutopfer überfielen. Dabei erwarben sich die Nora auch bei den technisch fortgeschritteneren Carja und deren exzellent gerüsteten Soldaten einen Ruf als gefährliche und unerbittliche Gegner. Obwohl die Carja den Nora vor allem zu Beginn schwere Verluste zufügten und langfristig das Grenzgebiet verwüsteten, gelang es ihnen nie, weit ins Heilige Land oder gar ins Becken vorzudringen, stattdessen scheiterten ihre Überfälle mehrheitlich an der Festung Mutterkrone, die bei den Nora dadurch einen legendären Status genießt. Den Erzählungen nach bezahlten die Carja jeden entführten oder getöteten Nora mit dem Leben eines eigenen Soldaten, die höchste Verlustrate bei allen Raubzügen. Den Nora kam dabei zugute, dass ihr Stamm - anders als die Carja oder Oseram - keine ausgeprägte berufliche Spezialisierung kennt. Zwar gibt es Nora-Krieger, die ihr Leben der Bewachung und Verteidigung des Heiligen Landes und des Stammes widmen, aber allgemein sind durch die "Jäger und Sammler"-Stammestruktur praktisch alle erwachsenen Nora sehr erfahren und geübt im Umgang mit Waffen. Außerhalb des Beckens sind zudem praktisch nur Jäger und Krieger anzutreffen, die ständig bewaffnet und daher von vornherein keine leichte Beute sind.

Bekannte Mitglieder Bearbeiten

Trivia Bearbeiten

  • Die Nora wirken von ihrem Erscheinungsbild und ihrer Architektur her skandinavisch, also wie Normannen beziehungsweise Wikinger
  • Die Gesellschaft wird von Frauen dominiert, weil die Nora eine Göttin als Hauptgottheit verehren. Bei dieser Göttin handelt es sich um eine Sicherheitsabfrage einer alten Bunkeranlage, die mit weiblicher Stimme spricht. Das wissen die Nora aber nicht.
  • In der Nora-Religion haben sich stark verzerrt Brocken alten Wissens bewahrt, dass die Ursprungsanlage Eleuthia-9 im Heiligen Berg den dort erschaffenen Menschen als "Kindergartenwissen" mitgeben konnte - die "Allianz zwischen Menschen und Maschinen, um die Urmutter zu töten", besitzt eine frappierend deutliche Anspielung auf die massiven Umweltzerstörungen des 19. bis frühen 21. Jahrhunderts und den massiven Konsequenzen vor der Großen Rückforderung. Der Kampf zwischen Urmutter und Metallteufel wiederum basiert offenbar auf den allgegenwärtigen Relikten der Operation: Enduring Victory. Vor allem aber dürfte der gigantische Horus-Titan an der Flanke des Heiligen Berges und dessen Bohrarm in der Großen Halle diese Interpretation gefördert haben.
  • Obwohl die Frauen bei den Nora den Ton angeben, sind die Männer im Alltag gleichberechtigt und erfüllen selbstverständlich wichtige Aufgaben im Stamm. Einzig der Zugang zu den Rängen der Matriarchen und Erzmütter ist ihnen - schon rein aus biologischen Gründen - verwehrt.
  • Die Hautfarbe oder Abstammung hat für die Nora keinerlei soziale oder hierarchische Bedeutung. Dadurch wirkt der Stamm teils heterogen und das vereinende Merkmal ist die Kleidung und die blauen Tätowierungen.
  • Die Nora sind der gesellschaftliche und kulturelle Gegenpol zu den Carja. Die Nora sind matriarchalisch organisiert, die Carja patriarchalisch. Während die Carja von einem gottgleichen Sonnenkönig beherrscht werden und Aristokratie, Berufssoldaten und Priesterschaft besitzen, werden die Nora von einem Rat aus Matriarchinnen und Erzmüttern regiert und kennen weder Adel noch Priestertum, die Verteidigung des Nora-Territoriums übernimmt der gesamte Stamm unter Führung der Krieger. Im Nora-Stamm gibt es nur wenige berufliche Spezialisierungen und nur eine einfache Symbolsprache, während die Carja sich wiederum beruflich spezialisieren und eine komplexe Schriftsprache besitzen.