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"Kriegsplan? Das ist kein Kriegsplan, das ist ein Kriegsverbrechen!"
Namentlich nicht bekannter US-Stabschef bei Verkündung von Operation: Enduring Victory

Herres Enduring Victory

General Herres erklärt die Wahrheit hinter Enduring Victory

Operation: Enduring Victory war der 2064 von US-General Aaron Herres initiierte Einsatzplan gegen die außer Kontrolle geratenen Kampfroboter der Chariot-Linie, die so genannte Faro Plage. Das Resultat war ein vierzehn Monate andauernder totaler Krieg, der mit der Auslöschung der Menschheit endete.


Strategische Ziele und Ausgangslage Bearbeiten

Die Schätzungen gingen davon aus, dass die Roboter die Erde in 15 Monaten soweit kahl fressen würden, dass die Menschheit nicht mehr würde überleben können. Die globale Auslöschung wurde angesichts der Zahlenverhältnisse und der exponentiell zunehmenden Zahl der Roboter als unvermeidbar eingestuft.

In dem Wissen, dass die Roboter nicht besiegt werden konnten, ging es bei der Operation lediglich darum, so viel Zeit wie nur irgendwie möglich für Projekt Zero Dawn zu gewinnen. Dazu startete Herres als Oberkommandierender der größten jemals formierten mechanisierten Streitmacht die größte Mobilmachung in der Geschichte der Menschheit.

Das größte Problem zu Beginn war der Mangel an Streitkräften - in ihrem Glauben an die Technik hatten alle großen Nationen und Konzerne ihre menschlichen Kampftruppen um 2055 als veraltet eingestuft und durch Roboter ersetzt. Doch durch die Hackerfähigkeiten der Chariot-Linie waren diese Roboter nun nutzlos, da der Schwarm sie einfach hacken und übernehmen konnte. Upgrades waren ebenfalls sinnlos. Damit war die Menschheit zunächst praktisch wehrlos, gab es doch weder menschliche Kampftruppen noch analoge Waffensysteme wie Gewehre, Kampfflugzeuge oder Panzer. So hatte der außer Kontrolle geratene Hartz-Timor-Schwarm über einen Monat Zeit, sich massiv zu vergrößern und zudem alle Roboter zu übernehmen, die ihm von den angegriffenen Staaten und Konzernen entgegen geschickt wurden oder die er auf seinem Weg antraf.

"Also nehmen wir jeden Zivilisten, der stark genug ist, drücken ihm eine Railgun in die Hand, zeigen ihm, wo der Abzug ist und schicken ihn an die Front?"
Namentlich nicht bekannter US-Stabschef bei Verkündung von Operation: Enduring Victory

Die erste Phase der Operation war daher, alle überhaupt noch verfügbaren ausgebildeten Soldaten in den aktiven Dienst zurückzurufen und in Mobilen Eingreifbrigaden zu formieren, die überall auf der Welt eingesetzt werden konnten. Da klar war, dass die Faro Plage jeden Menschen töten würde, dessen sie habhaft werden konnte, wurden außerdem alle irgendwie geeigneten Zivilisten in so genannte Zivilschutzbrigaden einberufen und - mangels Zeit - meist mit einfachen Railguns und relativ leichten Geschützen bewaffnet zur Verteidigung ihrer jeweiligen Städte und Länder eingesetzt. Sterben mussten sie so oder so, daher war die kalte Logik, dass sie dabei wenigstens noch einige Roboter zerstören konnten. Um zu verhindern, dass die Moral zusammenbrach oder die Menschen resignierten, verbreitete Herres Lügen, wonach Zero Dawn ein Superwaffenprogramm sei, dass die Faro Plage besiegen würde. Er weckte also Hoffnung auf ein mögliches Überleben in den Menschen, die sich bereitwillig den Robotern und allzuoft ihrem Tod stellten, in der Annahme, die Menschheit - und vielleicht auch ihre eigenen Familien oder Kinder - würden dadurch überleben. Doch diese Hoffnung gab es nicht. Die Roboter reproduzierten sich so schnell, dass die Menschen sie zwar zu Tausenden zerstören, sie gleichzeitig aber schlicht und einfach gar nicht schnell genug abschiessen konnten.

Verlauf Bearbeiten

Die ersten Gefechte gegen die Faro Plage fanden im südlichen Pazifik statt. Von dort aus rückten die Faro-Roboter zunächst nach Australien und Indonesien und von dort nach Asien vor. Überall stellten sich ihnen lokale Einheiten, verstärkt durch MEBs, entgegen und versuchten, die Roboter an vorbereiteten Verteidigungslinien zu stoppen. Das gelang meist jedoch nur für wenige Stunden oder eventuell einige Tage, bevor die Roboter die Stellungen mit schierer Masse durchbrachen. Die Menschen gaben in dieser Lage die Linie auf und zogen sich, sofern überhaupt möglich, kämpfend auf die nächste Stellung zurück. Oftmals gelang es mangels Transportmöglichkeiten jedoch nicht, Zivilisten und Zivilschutzbrigaden in größerem Umfang zu evakuieren und es kam infolgedessen zu regelrechten Massakern, wenn die Roboter unterschiedslos über alles Biologische herfielen. Für die Soldaten der MEBs, die in ihren Einsätzen Zeugen dieser Massaker wurden, waren der Umfang und die oft grausame Art der Tode eine besonders schwere psychische Belastung. Hinzu kamen die generellen Verlustraten - selbst die trainierten MEBs verzeichneten in ihren Einsätzen hohe Verluste, manche Brigaden verloren in einem einzigen Einsatz ein Drittel oder zwei Drittel ihrer Soldaten.

In den Kämpfen weltweit kam alles zum Einsatz, was die jeweiligen Streitkräfte aufbieten konnten, was sich noch in alten Arsenalen befand oder in der verfügbaren Zeit produziert werden konnte: Railguns, Flugabwehrgeschütze, Railgun-Panzer, Predator-Drohnen, Panzer mit konventionellen Kanonen, einfach alles. Die Ozeanische Wirtschaftszone setzte zudem Atombomben gegen den Schwarm ein, um den ersten Vorstoß im Pazifik aufzuhalten. Im Kampf um die Städte sprengten die Verteidiger die Straßenzüge und ließen die Gebäude nacheinander auf die vorrückenden Roboter stürzen. Die amerikanischen MEBs, die über die modernste Ausrüstung verfügten, setzten zudem EMP-Waffen und gepanzerte Kampfrüstungen mit persönlichen Schutzschilden ein. Doch der Schwarm passte sich den menschlichen Strategien schnell an, während die erfahrenen menschlichen Truppen immer stärker dezimiert wurden.

Durch ihre geografische Lage waren die Vereinigten Staaten von Amerika die Nation, die am längsten gegen die Faro Plage durchhielt. Der Faro-Schwarm wandte sich nach Asien zunächst gegen Afrika und Europa und musste zudem den Pazifik, den Atlantik und die Antarktis überwinden, um die amerikanischen Kontinente zu erreichen. Daher wurden vor allem die amerikanischen MEBs in den ersten Phasen der Operation überall auf der Welt als Verstärkung eingesetzt, kämpften in Asien, Europa und Afrika. Da sie über die Transportkapazitäten verfügten, konnten sie zudem rechtzeitig aus den verlorenen Gebieten herausgezogen werden, teils bis zur Evakuierung unter Beschuss. Währenddessen errichteten die USA am Pazifik und Atlantik sowie im Inland massive Verteidigungslinien, wissend, dass sie letztendlich nicht halten würden.

Als mit Beginn der finalen Phase die letzten europäischen und afrikanischen Verteidiger mit dem Rücken zum Atlantik untergingen, überwand der Schwarm letztendlich die Antarktis und rückte auf den südamerikanischen Regenwald vor. Zeitgleich entwickelten sich bereits erste Vorhut-Gefechte in Kalifornien und an der Ostküste, um New York wurde im weiteren Verlauf eine Woche gekämpft. Vor Kalifornien setzten Zivilschutzbrigaden den großen pazifischen Müllstrudel in Brand, was die Roboter am Pazifikwall ein oder zwei Stunden zu einfachen Zielen machte. Etwa drei Wochen nach Beginn der "terminalen Phase", der Invasion Nordamerikas, brach zudem die Atmosphäre unter den ganzen freigesetzten giftigen Gasen, Aschen, Rußen und Stäuben zusammen. Während dies die Roboter überhaupt nicht behinderte, tötete dieses Ereignis in kürzester Zeit jeden Menschen, der sich ungeschützt an der Oberfläche aufhielt und militärische Verbände konnten nur noch unter Atemschutz operieren.

Niederlage und Untergang Bearbeiten

"Na, das ist ja heute mal wieder ein schöner andauernder Sieg!"
Letzte überlieferte Worte von Corporal Yana Mills, 9.MEB, im Angesicht eines das USRC angreifenden Horus-Titanen
Die letzte Bastion der Menschen lag schließlich im Gebiet von Utah und Colorado, wo sich die zentralen Anlagen von Projekt Zero Dawn und das US Robotic Command befanden. Dieses letzte Gebiet ging im Januar 2066 unter, als der Schwarm eine Art Zangenangriff gegen den Wichita-Frontbogen unternahm. Das US Robotic Command wurde zwei Tage nach dem Fall der letzten Linie überrannt. General Herres starb (mutmaßlich) in seiner Kommandozentrale. Die letzten noch verbliebenen menschlichen Truppen wurden nach und nach eingekesselt und ausgelöscht. Der menschliche Widerstand endete. Von da an existierten nur noch einige kleine, isolierte und versteckte Grüppchen in unterirdischen Bunkern wie Elysium, GAIA Prime oder Theben, die im Lauf der nächsten Tage, Wochen oder Jahre erloschen.

Bedeutung Bearbeiten

Die Außmaße von Enduring Victory waren nach allen Maßstäben erschreckend: Milliarden Menschen, Militärs wie Zivilisten, waren in nur 14 Monaten ums Leben gekommen, oft unter grausamsten Umständen. Die Biosphäre des Planeten war zerstört - einerseits durch die Roboter, aber auch durch die Verteidigungsmaßnahmen und Kampfhandlungen, bei der ganze Landstriche in Flammen aufgegangen waren und sogar Atomwaffen zum Einsatz gekommen waren. General Herres selbst bezeichnete Enduring Victory als eine Anhäufung von Verbrechen, für die er persönlich die Verantwortung übernahm und sich als den schlimmsten Massenmörder "in der Geschichte der... Geschichte" bezeichnete. Nichtsdestotrotz erreichte die Operation ihr angedachtes Ziel: Aus den berechneten fünfzehn Monaten waren sechzehn geworden und wenige Stunden vor dem Fall der Wichita-Linie in Kansas ging das Gaia-Terraformingsystem online. Das Opfer von Milliarden hatte einen kostbaren Monat Zeit gebracht. Nach "Zero Day", dem Tag, an dem das Leben auf der Erde erlosch, fielen die Roboter mit dem Zusammenbruch ihrer Treibstoffversorgung in eine Art Winterschlaf, während Gaia in den kommenden Jahrzehnten die Deaktivierungscodes generierte, sendete und dann mit dem über ein Jahrhundert dauernden Wiederaufbau der Biosphäre begann.

Referenzen Bearbeiten

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